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Der Tibet Terrier – ein Terrier, der keiner ist!

Der Ursprung der Rasse liegt in Tibet, wo die klimatischen Bedingen eher rau sind. Dort gibt es lange sehr eisige Winter und kurze sehr heiße Sommer. Die gebirgigen Regionen Tibets werden von Nomadenstämmen bewohnt, deren Lebensweise sich seit über 2000 Jahre kaum verändert hat.

Nomadenhunde

Mit der Domestikation der Yaks, Ziegen und Schafe kamen im Laufe der Zeit Hütehundtypen auf, die die Herden zusammenhielten, Raubtiere abwehrten und gleichzeitig den Menschen und dessen Hab und Gut vor Räubern schützten. Die Hütearbeit an Ziegen und Schafen forderten einen wendigen Hund, der ebenso in der Lage war, den Weidetieren sicher in steiles und felsiges Gelände zu folgen. Außerdem musste dieser Hundetyp leicht sein, um nicht im tiefen Schnee einzusinken. Möglichst große, flache Pfoten waren von Vorteil.
Die klimatischen Bedingungen verlangten ein dichtes, langes Haarkleid mit reichlich Unterwolle - dies schützte vor Kälte, Nässe, Verletzungen und sogar vor Hitze.
Die Hirten erwarteten von ihren Hunden Furchtlosigkeit und die Fähigkeit, allein die situationsbedingt richtigen Entscheidungen zu treffen. Sie sollten selbstständig und auf sich alleingestellt arbeiten. Der Tibet Terrier ist das Resultat einer Zucht, die ausschließlich von den Lebensbedingungen diktiert wurde!


Klosterhunde

In tibetischen Klöstern wurden immer Hunde gehalten, aus religiösen Gründen und als Zahlungsmittel. Manche hatten sogar als Prestigeobjekt einen beachtlichen Wert und wurden als Glücksbringer verschenkt. Auch im Tausch gegen Lebensmittel erhielten die Mönche von Nomadenhirten überwiegend die Hunde, die für die Hütearbeit zu klein waren. Gleichzeitig aber wurden in den Klöstern größere Exemplare gezüchtet, die wieder an die Hirtenstämme abgegeben wurden. So schloss sich ein Kreislauf, bei dem alle ihren Vorteil hatten.

Der Tibet Terrier wird Rassehund

Die dokumentierte Geschichte der Rasse begann im Jahre 1922 in Indien. Die englische, in Indien stationierte Ärztin Dr. Agnes Greig erhielt als Dank für eine gelungene Operation an einer Frau eines tibetanischen Stammesfürsten eine Tibet-Terrier-Hündin geschenkt. Da ihre Mutter England Cocker Spaniels züchtete und Ausstellungen besuchte, stellt sie selbst diese Tibet-Terrier-Hündin auf einer Ausstellung aus. Sie wollte sie als Lhasa Terrier (heute: Lhasa Apso) registrieren lassen. Da die Hündin nicht dem Rassetyp entsprach, bekam sie die Eintragung nicht. Jedoch stellte man ihr eine Registrierung in Aussicht, wenn sich das äußere Erscheinungsbild in der Weiterzucht als stabil und damit einheitliche Rasse erweisen sollte. Dies war ihr gelungen, so dass die Tiere im Jahre 1930 vom Indischen Kennel Club unter der Rassebezeichnung Tibet Terrier Anerkennung finden.

Leider hat der Tibet Terrier seinen Namen zu unrecht. Terrier werden nur Hunde mit Jagdeigenschaften bezeichnet und diese kann man dem Tibet Terrier als Hirtenhund schwerlich nachsagen. Korrekt wäre die Bezeichnung Tibet Apso (= ganz von Haaren bedeckt).

Im Jahre 1930 kehrte Dr. Greig nach Indien zurück. Unter ihrem Zwingernamen „Lamleh“ legt sie den internationalen Grundstein für die Tibet-Terrier-Zucht. Ende der 50er Jahre entstand in England ein zweiter Tibet-Terrier-Zwinger unter dem Namen „Luneville“. Dies gab ein „Krieg“ zwischen den beiden Züchtern. Man vermutet aber, dass gerade diese Auseinandersetzungen die internationale Verbreitung der Rasse entfacht haben.

Die Ahnentafeln fast aller Zuchthunde weltweit lassen sich auf diese beiden Zwinger – Lamleh und Luneville – zurückführen.



Quelle: Tibet Terrier von Karin Biala-Gauß

 
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